Der Frühling taucht die Landschaft in ein Meer von blühenden Obstbäumen. Das milde Klima lässt edle Früchte reifen, die dann von unseren Bauern zu besonderen "Kostbarkeiten" verarbeitet werden. Apfelmost, Säfte und Schnäpse sind mit Recht der Stolz der Lavanttaler Obstbauern.
Der Obstbau ist im Lavanttal schon seit über 1000 Jahren heimisch. Aus einer Tauschurkunde zwischen Erzbischof Friedrich von Salzburg und dem edlen Kleriker Wito von etwa 990 geht hervor, dass im Garten des Klerikers bereits Obstbäume wuchsen. (Dinklage, 1966)
Einige Mostbauern haben sich zu den "Mostbarkeiten" zusammengeschlossen. Hinter den "Mostbarkeiten" steht eine Philosophie, die in groben Umrissen beschrieben lautet: Rückbesinnung auf die Kraft, die man aus dem Land und dessen Früchte schöpfen kann, Bekenntnis zur Qualität, höchstmögliche Veredelung der Produkte, hohe selbst auferlegte Qualitätskriterien und das Ziel, das Produkt möglichst naturbelassen zu verarbeiten und zu präsentieren.
Früher war die Weinbirne im Lavanttal weit verbreitet und wurde zu Birnenmost und Dörrobst verarbeitet. Der Birnenmost wurde von den Bauern meist an die umliegenden Gasthäuser weiterverkauft und bot so eine willkommene Nebeneinnahme. In den letzten Jahrzehnten wurde aber der Großteil der Birnbäume gefällt, viele Bäume die in Alleen gepflanzt wurden, fielen Straßenverbreiterungen zum Opfer.
In den letzten Jahren wurde das besondere Aroma dieser Frucht neu entdeckt und wird heute zu Edelbränden weiter verarbeitet. Um die Wertschöpfung und die Qualität der Brände zu steigern, hat man eine weitere Gemeinschaft gegründet: die "Weinbirnenbruderschaft". In diese "Bruderschaft" kann nur ein Bauer aufgenommen werden, der hohe Qualitätsanforderungen erfüllt. eine ausgesprochene Rarität der Weinbirnenbrüder ist der "Sakra Sanktus".
Die edlungen Produkte werden in einer Galerie im Zoggelhof präsentiert.